Der Kräuterlehrling

 

„Wieso glaubst du an das, an das alle glauben?
Warum hast du keine eigene Meinung?“

„Weil niemand sie hören wollte“,
antwortete der Junge knapp.
 

Wenn einem niemand mehr Glauben schenkt, dann macht man… - ja, was macht man dann? Traurigerweise einfach gar nichts. Man fügt sich der Meinung anderer, obwohl man genau weiß, dass diese nicht richtig ist.
Als Ben acht Jahre alt war, verschwand sein Vater Peter auf mysteriöse Art und Weise. Die Polizei suchte wochenlang, gab den Fall aber irgendwann auf. Es schien zwecklos, schier unmöglich, Peter lebendig aufzufinden. Dagegen erschien es den Erwachsenen so viel einfacher, Vermutungen auszusprechen und aus diesen eine Wahrheit zu kreieren. Peter war ertrunken, Punkt! Bens Meinung zählte hierbei nicht. Wer glaubte schon einem achtjährigen Jungen? Niemand. Dabei schien dieser Junge viel erwachsener als  die großen Leute, die ihn mit mitleidigen Blicken musterten. Denn nur weil eine Suche erfolglos war, durfte man den Glauben nicht aufgeben. Sicherlich lebte sein Vater noch. Irgendwo.
Ben war sich sicher.
Doch irgendwann wurde auch er langsam erwachsen und nach und nach gab er seinen Glauben auf. Seinen Vater sah er nie wieder.

Eines Tages sitzt Ben zusammen mit seiner Mutter Resa am Küchentisch. Er ist krank und muss seinen Tee trinken. Begeistert ist er nicht. Tee gehört nämlich nicht gerade zu seinem Leibgericht… und als ob Tee ihm tatsächlich helfen würde… wer glaubt das schon?
Plötzlich geschieht etwas Seltsames. Seine Tasse scheint magisch zu sein! Und der Junge gelangt durch sie in eine fantastische Welt voller Fabelwesen und Abenteuern.
Plötzlich ist da Kumbold, der Kräutermeister von Ventya, der ihn in die Welt der Kräuter einweist. Moment, Ben und Kräuter? Ja, richtig gelesen. Für den Jungen scheint alles irreal, einfach unglaubwürdig und doch, irgendetwas ist da, was das Land besonders und glaubhaft macht.
Vielleicht Mel? Bald macht Ben Bekanntschaft mit der 15-jährigen Mariella (Mel), die bei den Kobolden aufwächst. Zusammen mit ihrem Gefährten Molle, einem Kobold, versucht sie auf die Spuren ihrer Herkunft zu kommen. Dabei gerät sie in die Hände der bösen Hexe Litizia, die sie gefangen nimmt. Auch Litizia scheint eine Vergangenheit zu verbergen, die mit Bens Wohnort Lucastadt zusammenhängt.
Alles irgendwie seltsam. Noch.
Bis der Junge auf die ganzen Geheimnisse stößt, muss er viel Mut beweisen und vor allem: an sich glauben.